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Krisenplatzierung (KRP)

Krisenplatzierung (KRP)

Ist ein Kind oder Jugendlicher akuter Gefährdung ausgesetzt, die ein sofortiges Einschreiten erfordert, ist eine Krisenplatzierung indiziert. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn die Eltern in Untersuchungshaft genommen oder hospitalisiert werden, Obdachlosigkeit droht, Missbrauch und Gewalt vorliegen oder es zu Grenzüberschreitungen und Auffälligkeiten innerhalb des Familiengefüges gekommen ist, die eine unmittelbare räumliche Distanzierung der Beteiligten vonnöten machen.

Da bei einer Krisenplatzierung rasches Handeln zentral ist, kommen für diese Massnahme nur Pflegefamilien in Frage, die in der Lage sind, einen Klienten innert 24-Stunden-Frist bei sich aufzunehmen und ab sofort intensiv mit der Bezugsperson von Sofa zusammenzuarbeiten.

Bei einer Krisenplatzierung warten wir auf die Klärung der rechtlichen Situation innert 48 Stunden durch die zuständige Behörde. Wir überprüfen die Platzierungsindikation und Gefährdung innert Wochenfrist (Triage) und geben unsere fachliche Empfehlungen ab. Vorrangiges Ziel einer Krisenplatzierung ist es, das Kindeswohl zu gewährleisten und eine Situation zu beenden, die den Klienten in seiner Integrität und Gesundheit gefährdet.

Eine Krisenplatzierung dauert mindestens eine Woche, maximal vier Wochen. In dieser Zeit betreut eine feste Sofa-Bezugsperson den Klienten und besucht ihn mindestens einmal wöchentlich in der Pflegefamilie; auch die Herkunftsfamilie erhält eine Ansprechperson zugeteilt. Mögliche Anschlusslösungen nach vier Wochen Krisenplatzierung sind der interne Wechsel in eine prozessorientierte Platzierung, eine Dauerplatzierung oder ein begleitetes Wohnen.